30. Juli 2015

Amadea empfiehlt: Chichester

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Schülersprachreise nach ChichesterTrotz einer langen Busfahrt stellt Amadea im Nachhinein fest, dass sich ihre Sprachreise nach Chichester wirklich gelohnt hat. Ein volles Programm hat sie hinter sich. Von den Kursen, über englische Süßigkeiten bis zum atemberaubenden London war wirklich alles dabei! Ihren Erfahrungsbericht möchten wir ganz unverfälscht und ungekürzt mit euch teilen…

Als ich am Abreisetag früh morgens zur Bushaltestelle kam, wurde mir von der Mutter einer der mitreisenden Mädchen gesagt, dass die Busfahrt wenigstens 10-15 Stunden in Kauf nehmen wird. Als wir nach der Bus- und Fährenfahrt in Chichester endlich ankamen, waren es tatsächlich 23 Stunden Fahrt die wir zurück gelegt hatten. Alle waren von der nervenaufreibenden Reise vollkommen erschöpft. Übermüdet, schliefen einige von uns so tief und fest ein, dass manche es geschafft haben, den Einstufungstest für die anstehenden Kurse zu verschlafen. Glücklicherweise kam ich noch pünktlich. Hätte ich davor noch etwas gegessen, wären die Testergebnise womöglich besser ausgefallen. Jedenfalls wurden abends noch die zu besuchenden Kurse bekannt gemacht.

Chichester Straßenkünstler

Diese Kurse waren immer mit Spaß verbunden. In manchen haben wir nur Wissensfilme geguckt, die wir auf Englisch sozusagen wiedergeben sollten und in anderen durften wir uns Themen aussuchen, über die wir dann am Ende der Woche Vorträge gehalten haben. Unsere Lieblingsstunde war der Kurs mit einem, zwar sehr alten, jedoch auch äußerst lebhaften Herrn, der uns über die Geschichte Englands erzählte, dann aber abschweifte und über Anekdoten, Erinnerungen und seiner Sicht des Lebens in abwechselnden Gemütslagen erzählte. Er ließ uns auch Raum, um unsere Meinung über die englische Politik zu äußern, was uns allen immer sehr gefiel. Denn uns wurde nicht, wie so oft in der Schule ein Buch in die Hand gedrückt, das wir dann lesen und lernen sollten, sondern wir durften Fragen stellen, Dinge in Frage stellen und mit ihm über sie diskutieren. Alles in allem war er einer der interessantesten Lehrer, die ich bis jetzt kennenlernen durfte.

Eine andere Lehrerin nannten wir immer gerne „Miss Perfect“ oder „Miss Sunshine“. Sie war unheimlich klug und war immer von den Fingernägeln bis zu ihren Schuhen absolut perfekt gekleidet. Sie war ein herzensguter Mensch, der auch auf die Kinder zuging, die so schüchtern waren, dass sie gerademal ihren Namen rausbrachten. Doch mit ihrer Freude an ihrem Beruf und ihrer Kinderliebe schafften es sogar die schüchternsten Schüler, am Ende der Woche einen guten bis sehr guten Vortrag zu halten.

Am zweiten Tag lernten wir alle unsere Betreuer kennen, von denen auch jeweils einer in je einem Haus mit uns lebte. Unsere allerliebste Betreuerin nannten wir alle „Pocahontas“, zum Einen, weil sie eine starke Ähnlichkeit mit der Disneyfigur hatte, und zum Anderen, weil wir uns ihren richtigen Namen nie merken konnten. Sie hatte immer ein riesiges Lächeln im Gesicht und liebte es, uns in den Nachmittagskursen Tanzen beizubringen. Sie war eine Art Vertrauensperson für uns – egal, was war, man konnte mit ihr reden.

Ich persönlich war im Cheerleaderprojekt, welches drei Mal in der Woche je drei Stunden lief. Wir lernten neue Choreographien und machten Hebepyramiden. Bei den anderen, freiwilligen Kursen, die jeden Tag unterschiedlich waren, tanzten wir Zumba, mixten alkoholfreie Cocktails, kreierten unsere eigenen T-Shirts oder trieben Sportarten wie Fußball oder Flag Football. Diese Kurse wurden alle von den Betreuern geleitet. In unserer Freizeit konnten wir machen was wir wollten. Das Einzige, was wir nicht durften, war, in einer Gruppe, die nicht aus mindestens 3 Leuten bestand in die nur 10 Minuten entfernte Innenstadt zu gehen. Sonst durften wir ziemlich alles. Manchmal haben wir im Gemeinschaftsraum Filme geguckt, in Gruppen zu den „Let’s-Dance-Videos“ auf YouTube getanzt, einfach nur im Zimmer gesessen und mit Freunden Karten gespielt.

English SouvenirsDie Innenstadt von Chichester war auch ein schöner Zeitvertreib. Dort konnte man im gothischen Chichester Cross sitzen, 10 Quadratmeter große, mit Harry-Potter-Süßigkeiten vollgestopft Läden endecken, Souveniergeschäfte aufsuchen und hübsche Mitbringsel kaufen (dort fand ich auch „My English Cup of Tea“). Eines Abends sahen wir in der Gegend auch einen völlig abgemagerten Fuchs, so feuerrot wie eine englische Telefonzelle.

Der Höhepunkt meiner Fahrt war für mich persönlich das Wochenende in London. Dort kaufte ich mir als allererstes einen typischen Oxfordpulli von so einem „Touri-Stand“. Mann, hat der mich abgezockt. Nachdem wir kurz die Basics von London gesehen hatten, also den Buckingham Palace, den Big Ben und die Tower Bridge, hatten wir noch ungefähr vier Stunden Freizeit, die wir in der Innenstadt von London verbringen durften. Bis zur Rückfahrt in unser Londoner Hostel bummelte ich durch die Oxford-Street. Am nächsten Tag war es uns freigestellt, wo wir hingehen wollten, was jedem von uns auch so recht war.

Am Sonntag Nachmittag, nachdem wir wieder vier Stunden zurück nach Chichester gefahren sind, bestellten die Betreuer, zur Feier des Tages bzw. weil wir einfach zwei Stunden zu spät zum Abendessen kamen, Pizza! Die restliche Woche war ebenso schön. An den Abenden gab es zur jeweiligen Veranstaltung einen Leitsatz, z.B. das „Girls-Boys and Boys-Girls – Motto“. Das hieß, dass alle Jungs gestylt als Mädchen und alle Mädchen als Jungs verkleidet auf die Party kamen. Sogar die Betreuer hatten dabei mitgemacht. Also gab es an jedem Abend was zu tun.

 

Chichester war für mich eine großartige Erfahrung und hat meinen Fähigkeiten in englischer Sprache sehr gut getan. Ich würde diese Reise jedem empfehlen.

Cheers and take care,
Amadea

P.S.: Dieses Jahr fahre ich gerne wieder mit Offaehrte… allerdings nach Frankreich!

Vielen Dank für deinen tollen Erfahrungsbericht aus England und wir freuen uns darauf dich in Frankreich wiedersehen zu dürfen!