17. Dezember 2015

Das Weihnachtsfest in verschiedenen Ländern der Welt

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Auch beim Offaehrte-Team steigt die Vorfreude, denn Weihnachten steht vor der Tür. 800px-Christmas_market_in_Stockholm_Old_Town_(4206886224)Leuchtende Kinderaugen, leckeres Essen, festlich geschmückte Fenster und Straßen: Die Weihnachtszeit ist immer etwas ganz Besonderes. Doch die Festtagsbräuche unterscheiden sich von Land zu Land, von Region zu Region. Deshalb werfen wir heute einmal einen genaueren Blick darauf, wie Weihnachten eigentlich in den verschiedenen Ländern Europas gefeiert wird – von kulinarischen Besonderheiten bis hin zu ganz speziellen Bräuchen.

Die Geschenke in den Socken, die Queen im Fernsehen

In England gibt es die Bescherung nicht an Heiligabend, sondern erst einen Tag später, am 1. Weihnachtsfeiertag. In der Nacht auf den 25. Dezember kommt nämlich „Father Christmas“ durch den Schornstein ins Haus geschlichen und steckt die Geschenke in die langen Strümpfe, die „Stockings“, die vorher am Kaminsims aufgehängt worden sind. Welche schönen Überraschungen der Weihnachtsmann dort hinterlassen hat, das erfahren die Familienmitglieder dann am nächsten Morgen bei der festlichen Bescherung.

Danach gibt es dann das traditionelle Weihnachtsessen, das meist aus einem gefüllten Truthahn, dem „Gregor“, Bratkartoffeln sowie Rosenkohl besteht. Zum Nachtisch gibt es den klassischen „Plumpudding“, einen leckeren Pudding, in dem oft noch kleine Geschenke für die Kinder versteckt sind. Ist der Hunger gestillt, begibt sich die Familie dann vor den Fernseher, um die traditionelle Weihnachtsansprache der Queen zu lauschen. Den 2. Weihnachtsfeiertag nennen die Briten „Boxing Day“. An diesem Tag besuchen die Menschen auf der Insel ihre Freunde und Bekannten und versehen sie mit kleinen (oder großen) Geschenken, um ihnen zu danken und ihnen zu zeigen, wie sehr sie sie schätzen. Über Präsente dürfen sich häufig auch Briefträger oder die Männer und Frauen von der Müllabfuhr freuen – eben all diejenigen, die das ganze Jahr über für einen störungsfreien Ablauf des Alltags sorgen.

Die Weihnachtszeit in Spanien beginnt mit der größten Lotterie der Welt

440px-ChristmasStockingsHung_wbEin wenig anders sieht das Fest in Spanien aus: Die Adventszeit verläuft meist eher ruhig und gesittet, die richtige Weihnachtszeit beginnt auf der Iberischen Halbinsel eigentlich erst am 22. Dezember mit der traditionellen Weihnachtslotterie, der größten Lotterie der Welt, die jedes Jahr Millionen Spanier und Spanierinnen in die Läden lockt, um sich Lose zu kaufen. An Heiligabend, der „Noche Buena“, versammelt sich die ganze Familie zum traditionellen Festessen, bei dem es verschiedene Köstlichkeiten gibt. Ein echter spanischer Klassiker ist das sogenannte „Turron“, das aus Eiern, Mandeln, Zucker und Honig besteht, und gerne von Groß und Klein gegessen wird. Um 24 Uhr geht es dann in die Kirche zur Mitternachtsmesse, in der spanische Weihnachtslieder gesungen werden und man das Jesuskind in der festlich hergerichteten Krippe küsst.

Traditionell bekommen die Kinder in Spanien ihre Geschenke erst am 6. Januar, zur Ankunft der Heiligen Drei Könige. Dazu müssen sie am Abend des 5. Januars Brot und Wasser vor die Haustür stellen und finden dort als Dank am nächsten Morgen viele kleine und große Geschenke. In den letzten zwanzig oder dreißig Jahren sind aber auch die Spanier immer mehr dazu übergegangen, ihre Kinder schon am 24. Dezember zu beschenken. Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass der Nachwuchs so schon am Beginn der Ferien die vielen neuen Spielsachen erhält und nicht erst zum Schulbeginn. Relativ neu ist auch, dass sich in den spanischen Wohnzimmern immer häufiger Weihnachtsbäume finden lassen – ein Brauch, der erst nach und nach in das südeuropäische Land übergeschwappt ist. Nach wie vor werden die Wohnungen und Häuser aber auch noch mit den traditionellen Weihnachtskrippen geschmückt.

Weihnachten in Frankreich: Ein kulinarisches Highlight

Viele unserer französischen Nachbarn müssen am 24. Dezember noch aChristmas Dinnerrbeiten, auch viele Geschäfte haben dementsprechend noch bis 18 oder sogar 20 Uhr geöffnet. Der eigentliche Startschuss des Weihnachtsfestes beginnt also meist erst am späten Abend mit der „Messe de Minut“, der Weihnachtsmesse, bei der die Franzosen in den Kirchen zusammenkommen, Lieder singen und die Geburt Christi feiern. Anschließend geht es dann nach Hause oder auch ins Restaurant, wo das „Réveillon“ (das Weihnachtsessen) wartet. Die Franzosen sind auf der ganzen Welt bekannt für ihren kulinarischen Geschmack und so ist es dann auch wenig verwunderlich, dass das Réveillon den eigentlichen Höhepunkt des Abends darstellt. Ein mit Kastanien gefüllter Truthahn, ein Kapaun mit Pflaumenfüllung, Austern, gestopfte Gänseleber, reich gedeckte Käseplatten, Fisch oder Maronen sind nur eine der leckeren Gerichte, die in Frankreich an Heiligabend gegessen werden.

Die Geschenke bringt dann der „Père de Noël“ in der Nacht auf den 25. Dezember. Hierzu stellen die Kinder ihre Schuhe unter den Weihnachtsbaum und hoffen darauf, dass der Weihnachtsmann diese in mit reichen Gaben füllt während alle anderen tief und fest schlafen. Am nächsten Morgen findet dann im Beisammensein mit der ganzen Familie die Bescherung statt. In jedem Fall gilt es den 1. Weihnachtsfeiertag noch einmal möglichst entspannt zu genießen, denn anders in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern müssen die meisten Franzosen bereits zwei Tage nach Weihnachten wieder arbeiten, da der 2. Weihnachtsfeiertag nicht gesetzlich verankert ist.

Andere Länder, andere Sitten

Viele Länder und Regionen haben ihre eigenen Bräuche und Sitten, was das Weihnachtsfest Weihnachtsbaum-Ruederswilangeht. Darunter sind selbstverständlich auch einige kuriose. So decken die Polen beim festlichen Weihnachtsessen traditionell für eine Person mehr auf – für den Fall, dass noch ein unerwarteter Gast hineinschneit. Die Kinder in den Niederlanden müssen dem „Sinterklaas“ am Nikolaustag Wasser und eine Karotte für sein Pferd auf dem Kamin bereitstellen, um ihre Geschenke zu bekommen. Und auch die Finnen sind scheinbar sehr tierlieb: Den Tieren, die in der eisigen Kälte frieren, stellen sie Nüsse und Körner hinaus und für koboldartige Wesen werden ein Teller Reisbrei sowie ein Glas Bier bereitgestellt.

Doch egal, wie in den verschiedenen Ländern der Erde Weihnachten gefeiert wird, am Ende bleibt der Kern des Festes auf der ganzen Welt derselbe, und zwar sich gemeinsam mit Freunden und der Familie darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben: Die Zeit mit den Liebsten.

Tom Heilmann

Tom Heilmann

Andere Länder und Kulturen zu entdecken fand ich schon immer spannend. Reisen gehören für mich einfach zum Leben dazu. Umso besser, wenn man dann noch Fremdsprachen dabei lernen kann, um so erst fremde Menschen besser zu verstehen und zu Freunden zu machen!
Tom Heilmann