10. Oktober 2015

„Man lernt dazu, weil die Kulturen so verschieden sind“

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linneaWas passiert mit einem Kind, das Heimweh hat? Was passiert, wenn es mit der Gastfamilie nicht klappt? Und was ist mit denen, die sich nicht trauen in der Fremdsprache zu sprechen?

Auf diese Situation und mehr werden unsere Betreuer in intensiven Trainings vorbereitet. Linnéa, Betreuerin in Bournemouth, berichtet von ihren Erfahrungen im Interview.

 

Linnéa, wie sind Sie zu Offaehrte Sprachreisen gekommen?

Linnéa: „Durchs Internet. Vor zwei Jahren habe ich nach einem Sommerjob gesucht. Ich wollte aber mehr als nur einen Partyurlaub in Spanien betreuen. Bei Offaehrte war mir gleich klar: Ich kann mein eigenes Englisch trainieren, internationale Kontakte knüpfen und England besser kennen lernen.“

Also haben Sie bei Offaehrte angerufen. Und dann?

Linnéa: „Die Vorbereitung war total intensiv. Das ging über vier Tage. Viele Situationen haben wir sogar durchgespielt. Was mache ich mit einem Kind mit Heimweh? Was passiert, wenn es mit der Gastfamilie nicht klappt? Worauf  haben die Kinder und Jugendlichen am meisten Lust? Das Beste war, dass ich dabei andere Reisebegleiter getroffen habe, die später auch im Sommercamp waren.“

Wo sind Sie für Offaehrte bisher gewesen?

Linnéa: „Mein erster Einsatz war im Sommer 2011, da war ich als Betreuerin fünf Wochen in Bournemouth. Los ging es mit einer langen Bustour von Ludwigshafen nach England, das lief aber ganz entspannt. 2012 war ich den ganzen Sommer über als Programme Organizer dabei und habe das Freizeitprogramm und die Ausflüge gestaltet. Dadurch weiß ich, dass immer alle zur Jugenddisco kommen! Dass ein Barbecue am Strand eine echt coole Sache ist! Und sich auch 17 Jahre alte Jungs noch auf das Knüpfen von Freundschaftsbändern einlassen…“

Bringen ein paar Urlaubstage mit Englischunterricht überhaupt etwas?

Linnéa: „Auf jeden Fall. Bei Offaehrte haben die Kinder und Jugendlichen ja jeden Vormittag Unterricht. Das sind kleine Klassen mit jungen Lehrern, von denen die meisten Muttersprachler sind. Mir ist es oft passiert, dass die Kinder in den Pausen stolz von ihren Erfolgen erzählt haben. Die Klassen werden gemischt, da treffen Kinder und Jugendliche aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, der Schweiz, Österreich und sogar China aufeinander. Wer hier mitreden will, muss auch in den Pausen und am Nachmittag Englisch sprechen.“

Und was ist mit denen, die sich nicht trauen?

Linnéa: „Ich hatte ein Mädchen dabei, Hannah, 15 Jahre alt und sehr schüchtern beim Sprechen. Anfangs hat sie immer versucht ins Deutsche auszuweichen. Das hat sich aber schnell geändert als eine neue Gruppe aus Spanien eintraf. Hannah und ihre Freundin guckten nach den Jungs, und nach wenigen Tagen ging es mit dem Sprechen schon viel besser. Und irgendwann habe ich Hannah dabei beobachtet wie sie problemlos mit einem der Spanier getuschelt hat. Toll, oder?“

Wie schade, wenn der Kontakt dann nach ein paar Wochen wieder abbricht…

Linnéa: „Muss nicht sein. Bei vielen entstehen Freundschaften, die manchmal über Jahre halten. Ich erinnere mich an Zwillinge, die gleich nach ihrem Urlaub auf Facebook eine neue Gruppe gründeten, alle ihre Urlaubsfreunde einluden und so bis zum nächsten Sprachkurs Kontakt gehalten haben.“

Was passiert, wenn Kinder aus vielen Ländern aufeinander treffen?

Linnéa: „Das ist sehr spannend, denn durch die gemischten Klassen machen alle Erfahrungen mit Leuten aus anderen Ländern. Und weil die Kulturen so verschieden sind, lernt man auch dazu. Einmal fragte mich ein Mädchen ziemlich ratlos: „Ich habe von einem Jungen aus China ein Geschenk bekommen. Wie reagiere ich da jetzt drauf?“ Gut, dass ich zusammen mit dem Mädchen dazu im Internet nachgeguckt habe, denn in China muss der Beschenkte gewisse Regeln einhalten.  Eine davon ist:  Packen Sie das Geschenk nie in Gegenwart des chinesischen Schenker aus.“

Was haben Ihnen die Jobs bei Offaehrte persönlich gebracht?

Linnéa: „International zu arbeiten, ist toll. Ich habe zu fast allen anderen Betreuern noch Kontakt. Wir sind befreundet und besuchen uns. Außerdem freue ich mich darüber mehrere Wochen lang nur Englisch sprechen zu können. Und ich habe ganz neue Seiten von England kennen gelernt! Die Jurassic Coast zum Beispiel, das ist eine atemberaubende Landschaft.“

Hatten Sie selbst als Schülerin mal einen Sprachurlaub gemacht?

Linnéa: „Leider nein. Bei den tollen Angeboten, die es inzwischen gibt, hätte ich das gerne getan. Ich kenne Jugendliche, die jobben sogar für eine Sprachreise oder sparen, weil sie das so gerne machen wollen.“

Und welches wird Ihre nächste Reise?

Linnéa: „Das weiß ich noch nicht, aber die nächsten Semesterferien kommen bestimmt!“

 

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