21. April 2015

Sprachurlaub Frankreich – Landeskundliche Informationen

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Croisssant und Café in FrankreichFrankreich (amtlich République française, französische Republik; Kurzform franz.: La France) ist ein demokratischer, zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien und Andorra, sowie den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Man sollte beim Sprachurlaub in Frankreich wissen, dass neben dem Territorium in Europa auch Überseegebiete (DOM-TOM) in der Karibik (Guadeloupe, Martinique), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean (La Réunion) und in Ozeanien zu Frankreich gehören.

Geschichtliches

In der vorchristlichen Zeit wurde das Gebiet des heutigen Frankreichs von den Liguren besiedelt. Im 5. Jh.v.Chr. wurden sie von den Iberern verdrängt. Ca. 1500 v.Chr. traten die Kelten in den Gebieten des heutigen Frankreichs erstmals in Erscheinung. Langsam, aber unaufhaltsam verbreiteten sie sich zu Beginn des 4. Jh.s v.Chr. auf dem ganzen Territorium.

Seit dem 2. Jh. v.Chr. beginnt die römische Besetzung des Territoriums, die in mehreren Etappen erfolgte und im Jahre 51 v.Chr. durch Caesar vollendet wurde. Die Römer teilten das Gebiet, das sie Gallien nannten, in Provinzen, errichteten Städte und bauten Straßen. Außerdem übernahmen sie die Verteidigung der äußeren Grenzen und gewährleisteten auf lange Zeit eine relativ friedliche Entwicklung des Landes.

Im frühen Mittelalter drangen „Barbaren“ (Allemannen, Franken, Burgunder etc.) in das römische Gallien ein, bis sich die Franken unter Chlodwig als Herrscher durchsetzten. Die herrschenden Merowinger, sowie die nachfolgenden Dynastien (Karolinger, Kapetinger, Valois, Bourbonen) bauten in Frankreich einen zentralistischen Nationalstaat auf und entwickelten ihn im Zeichen der Monarchie. Durch die Französische Revolution im Jahre 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. Dieser Sieg des Bürgertums setzte Signale für die europäische Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Selbst die Einrichtung des Kaiserreiches durch Napoleon konnte die Entwicklung der demokratischen Regierungsformen nicht stoppen. Seit der Niederlage Napoleons III. im Jahre 1870 ist Frankreich endgültig Republik.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien Vietnam und Algerien nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle. Frankreich ist eines der Gründungsmitglieder der Europäischen Union von 1957.

Religion

Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind. 85 % der Franzosen sind römisch-katholisch und etwa 8 % Muslime. Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, wobei sich hier eine steigende Tendenz abzeichnet.

Feiertage

1. Januar Neujahrstag
Ostermontag
1. Mai Tag der Arbeit
8. Mai Ende des Zweiten Weltkrieges
Christi Himmelfahrt
Pfingstmontag
14. Juli Nationalfeiertag
15. August Mariä Himmelfahrt
1. November Allerheiligen
11. November Waffenstillstand Erster Weltkrieg
25. Dezember Weihnachten

Sprache

Die französische Sprache gehört zum romanischen Sprachzweig (ebenso wie Italienisch, Spanisch, Rumänisch etc.) der indogermanischen Sprache. Französisch ist die Nationalsprache in Frankreich. In Kanada existiert eine starke französischsprachige Minderheit von Nachkommen französischer Kolonisten. Im Gegensatz zum Englischen, Spanischen oder Portugiesischen blieb Französisch in den Kolonien Frankreichs aber immer eine Fremdsprache und setzte sich nirgends als Nationalsprache durch. Jedoch dient es in vielen Staaten Afrikas noch immer als interkontinentale Verkehrssprache, offizielle Verwaltungssprache und Sprache der höheren Bildung. Insgesamt verwenden etwa 76 Millionen Menschen Französisch als Primärsprache, weitere 110 Millionen Menschen als Sekundärsprache.

Durch seine Verbreitung in den ehemaligen französischen Kolonien und durch sein historisches Ansehen ist Französisch auch heute noch eine der großen Weltsprachen. Seine Rolle als Sprache der Wissenschaft und Diplomatie hat es jedoch inzwischen verloren, und auch als internationale Verkehrssprache ist es nur noch in den direkt französisch beeinflussten Gebieten verwendbar.

Neben dem Französischen gibt es in Frankreich ein paar Regionalsprachen wie z.B. das Bretonische in der Bretagne oder das Flämische im äußersten Norden zur Grenze nach Belgien, Baskisch und Katalan im Süden. Doch diese Regionalsprachen werden nur in sehr geringem Umfang im Alltag benutzt, auch wenn manch ein Ortsschild zweisprachig ist.

An den Schulen wird vor allem Englisch als Fremdsprache unterrichtet, gefolgt von Spanisch und Deutsch.

Klima

In Frankreich überschneiden sich atlantische, kontinentale und mediterrane Klimaeinflüsse. Insgesamt ist das Klima wärmer als im zentralen Mitteleuropa, auch wenn natürlich große Unterschiede zwischen den nördlichen und südlichen Landesteilen bestehen. Der Süden Frankreichs verfügt gemäß seiner Nähe zum Mittelmeer über ein typisch mediterranes Klima.
Die Winter sind mild und recht niederschlagsreich; die Sommer heiß, sonnig und trocken. Niederschläge kommen dann oft als Gewitterschauer. Die Côte d’Azur verfügt dank der nahen Alpen über eine besonders geschützte Lage mit einem angenehmen Klima. Im Rhône-Tal und der Provence sorgt der Mistral regelmäßig für eine frische Brise. Dieser kalte Nordwind erreicht nicht selten Sturmstärken und kann das ganze Jahr über auftreten.
Umso mehr man sich in Richtung Westen begibt, desto stärker werden die atlantischen Einflüsse. Doch auch die südliche Atlantikküste verfügt über heiße, sonnige Sommer und milde Winter.

Zeitverschiebung

In Frankreich gilt, wie auch in Deutschland, die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). In der Sommerzeit von Ende März bis Ende Oktober stellt man die Uhren eine Stunde vor.

Gesundheitswesen in Frankreich

Auch in Frankreich ist die neue EU Krankenversicherungskarte EHIC (European Health Insurance Card) eingeführt worden. Sie ist gültig für die Notfallversorgung vor Ort und bei der Weiterbehandlung chronischer Erkrankungen. Dennoch müssen Behandlungen und Medikamente in der Regel vor Ort bezahlt werden. Die Quittungen können bei der Krankenkasse in Deutschland eingereicht werden und werden dann nach dem deutschen Regelsatz erstattet.
Bei den Krankenhäusern wird zwischen „hôpital“ und „clinique“ unterschieden. Erstere sind öffentliche Einrichtungen, letztere private Häuser. In beiden Systemen wird man erstklassig versorgt. Apotheken erkennt man an einem – meist blinkenden – grünen Kreuz. Für Notfälle hat jede Apotheke am Eingang oder im Fenster die Adresse der nächstliegenden Dienst habenden Apotheke aushängen. Notrufnummern: Notarzt – 15, Polizei – 17, Feuerwehr – 18.

Telefonieren

Wer nach Frankreich telefonieren will, wählt die Landesvorwahl 0033, dann die regionale Kennziffer, gefolgt von der 8-stelligen Rufnummer. Die Vorwahl von Frankreich nach Deutschland ist 0049, nach Österreich 0043 und in die Schweiz 0041. In Frankreich selbst gibt es keine Vorwahlen; Teilnehmernummern sind zehnstellig und beginnen mit einer Null vor der regionalen Kennziffer. Für den Nordwesten Frankreichs gilt die regionale Kennziffer 2, für den Nordosten die 3, für den Süden die 4, für den Südwesten die 5 und für Paris die 1.
Öffentliche Telefonzellen sind in Frankreich weit verbreitet, die meisten Telefone sind Kartentelefone, Münzfernsprecher sind eher selten. Auch viele Cafés und Bars stellen ihren Gästen Telefone zur Verfügung. Meist handelt es sich um Kartentelefone. Die Karten (télécarte) mit 50 oder 120 Einheiten erhält man bei der Post oder im Tabak-Laden. Der vergünstigte Tarif gilt in Frankreich ab 18 Uhr, für Auslandsgespräche ab 21.30 Uhr.
Beim Benutzen des eigenen Handys sollte man immer bedenken, dass man es vorher vom Anbieter fürs Roaming freischalten lassen muss und dass es ziemlich teuer ist, das Handy im Ausland zu nutzen (man trägt die Kosten für eingehende und ausgehende Gespräche).

Post

Briefmarken kann man auch in Tabac-Läden kaufen. Post innerhalb Europas benötigt normalerweise 2-3 Tage.

Adapter

Für elektrische Geräte werden in Frankreich Adapter benötigt. Diese können jedoch vor Ort günstig erworben werden.

Preisniveau in Frankreich

Die offizielle Währung ist der Euro. Viele Franzosen rechnen immer noch in Francs – auch die meisten Preise sind nach wie vor in beiden Währungen ausgezeichnet (Umrechnungskurs: 1 EUR = 6,55957 F). Generell empfiehlt es sich, nie mehr als ein Drittel der Reisekasse in Bar mitzunehmen. Die meisten Banken bieten mittlerweile den Service, dass mit der EC-Karte auch im Ausland Geld abgehoben werden kann. Der Preis für Abhebungen im Ausland variiert je nach Geldinstitut. Genauere Informationen sind von den jeweiligen Geldinstituten zu erfragen.

Land und Leute

Die Franzosen haben viel Nationalstolz und erwarten von den Besuchern, dass sie wenigstens einen Grundwortschatz Französisch sprechen können, obwohl die meisten Franzosen in der Schule Englisch gelernt haben, weigern sie sich in den meisten Fällen diese Kenntnisse anzuwenden.

Essen und Trinken

Die französische Küche ist weltberühmt. Sowohl in Hinsicht auf die Qualität als auch die Vielfalt gilt Frankreich als ein Land der Feinschmecker. Dies muss nicht heißen, dass jedes Bistro diesem Ruf gerecht wird, aber im Großen und Ganzen lässt es sich hervorragend speisen.
Die französische Küche zeichnet sich zudem durch ihre regionalen Unterschiede aus. Fast jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, so dass eine Rundreise durch Frankreich zu einer wahren Gourmettour werden kann.

Das Frühstück spielt im französischen Alltag eine eher untergeordnete Rolle. Meist besteht es nur aus einem Kaffee und einem Croissant oder Baguette. Mittags und abends wird dagegen warm gegessen, wobei vor allem das Abendessen eine wichtige Rolle einnimmt. Begnügt man sich mittags oft noch mit einem kleinen Snack wie z.B. einem Salat oder einem Omelett, so ist das warme, reichhaltige Abendessen ein fester Bestandteil französischer Lebensart. Normalerweise werden dabei auch mehrere Gänge (meist Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch) serviert. Die Speisen sind dabei kleiner proportioniert, so dass man ohne Probleme die verschiedenen Gänge genießen kann.

Restaurants sind in Frankreich nur selten durchgehend geöffnet. Der Tagesrhythmus mit festen Essenszeiten ist sehr viel stärker ausgeprägt als im deutschsprachigen Raum. Mittags isst man zwischen 12.00 und 14.00 Uhr und abends meist ab 20.00 Uhr bis spät in den Abend. Wer zwischendurch Hunger hat, kann meist nur in den überall zu findenden Bistros und Brasserien eine Kleinigkeit verzehren.

Frankreich ist nicht nur für seine Küche, sondern auch für seine Weine weltberühmt. Zu den Mahlzeiten gehört fast selbstverständlich ein guter französischer Wein. Weine aus der sogenannten neuen Welt (Südafrika, Australien, Chile etc.) sind dagegen seltener auf den Getränkekarten zu finden. Auch Bier spielt eher eine untergeordnete Rolle. Vor dem Essen ist es üblich, mit einem Aperitif zu beginnen. Nach einer Mahlzeit trinkt man meist noch einen Espresso.

In französischen Restaurants ist es gebräuchlich, dass man eine Karaffe Leitungswasser gereicht bekommt. Sollte diese nicht automatisch serviert werden, sollte man nicht zu schüchtern sein und diese erfragen (De l´eau, s’il-vous-plaît). Auch wenn man nur ein Getränk bestellt hat, kann man nach einer Karaffe Wasser fragen.

Reiseknigge

Gegenüber Geschäftspartnern und Fremden sind die Franzosen höflich, aber eher förmlich und konventionell. Diese Unaufdringlichkeit sollte auch der Reisende den Franzosen entgegenbringen. Unter Freunden und Bekannten ist dagegen ein lockerer, auch lauter Umgangsstil, üblich. Freunde begrüßen sich nicht mit Handschlag, sondern mit Küsschen links und rechts.

Die Franzosen sind ein friedliebendes Völkchen. Doch was stilvolles Essen anbelangt, verstehen sie keinen Spaß: Im Restaurant sollte man nicht gleich zum nächstbesten Tisch stürmen, sondern sich einen Platz zuweisen lassen. Bei der unverzichtbaren Käseplatte nie den Brie an der Spitze anschneiden – ein schlimmer Fauxpas. Geflügel nie in die Hand nehmen, sondern mit Messer und Gabel essen. Salatblätter auf keinen Fall zerschneiden. Besser: Mit der Gabel falten. Bon Appetit! Noch ein Thema, bei dem der Franzose Rot sieht: gefälschte Markenware. Wird ein Urlauber bei der Einreise zum Beispiel mit einer falschen Rolex am Handgelenk erwischt, muß er mit sofortiger Beschlagnahmung und einem Strafzoll in Höhe des Listenpreises des Originals rechnen!

Bei Einladungen gilt: Bloß nicht pünktlich sein! Man sollte dem Gastgeber lieber noch ein paar Minuten Zeit lassen. Gelangweilte Franzosen streichen sich übrigens mehrmals nacheinander von oben nach unten über die Wange.

Trinkgeld: Eigentlich gilt überall „service compris“, trotzdem erwarten Kellner ein kleines „pourboire„, das einfach auf dem Tisch liegen bleibt. Auch Hotelpersonal und Taxifahrer sollten nicht vergessen werden.

Peter Rohlfs

Peter Rohlfs

Sprachreisen-Experte bei Offaehrte Sprachreisen
Schon immer hatte ich eine große Liebe zu Fremdsprachen: Heute spreche ich Englisch, Französisch und Italienisch, was mein Leben sehr bereichert. Zudem bin seit knapp 20 Jahren in der Sprachreisebranche tätig und helfe so auch anderen, sich persönlich zu entwickeln.
Peter Rohlfs