22. Oktober 2015

„Viele Schüler kommen in die selbe Gastfamilie zurück“

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steveSeit 6 Jahren ist Steve Culverhouse mittlerweile Welfare Officer für Offaehrte Sprachreisen in Teignmouth und damit Verbindungsmann zwischen der Schule, den Schülern und den Gastfamilien. Wichtig ist ihm unter anderem Privathaushalte zu finden, in denen sich der Teilnehmer geborgen und „zuhause“ fühlen kann. Aber auch eine zentrale Lage und die Nähe zur Sprachschule sind hierbei entscheidend.

Oft entstehen zwischen dem Teilnehmer und seiner Gastfamilie Freundschaften, die noch weit nach dem Sprachurlaub anhalten. Viele Schüler kommen sogar in die selbe Familie zurück. Im Interview mit Tom berichtet Steve von seinen Erfahrungen und seiner alltäglichen Arbeit.

Steve, was sind deine Aufgaben als Welfare Officer?

Steve: „Ich muss vor allem Gastfamilien in Teignmouth finden, die unsere Sprachschüler aufnehmen wollen. Ich pflege daher eine kleine Datenbank mit möglichen Gastfamilien, alle wohnen relativ nah an der Schule. Dann mache ich die Verwaltung und den Papierkram für die Zentrale in Bremen. Und wenn dann die Schüler zu ihrem Aufenthalt kommen, treffe ich sie bei der Ankunft am Bus, die Gastfamilien kommen und ich bin ab dann der Vertrauensmann zwischen der Schule, den Schülern und den Familien.“

Was ist dir bei der Auswahl der Familien wichtig?

Steve: „Die meisten Gastfamilien, mit denen ich Erfahrungen gesammelt habe, waren wundervoll. In sechs Jahren gab es nur eine Familie, die nicht ganz so perfekt war. Das ist auch das Beste an meinem Job: Ich lerne viele nette Leute kennen. Leute, die Interesse an Schülern aus anderen Ländern haben und die auf sie aufpassen wollen. Es macht Spaß, diese Leute zu treffen und zu wissen, dass a) die Familie glücklich ist und b) die Schüler einen schönen Aufenthalt hier haben.“

Was können Sprachschüler erwarten, die sich für einen Aufenthalt in der Gastfamilie interessieren?

Steve: „Nun, zum einen leben die Familien in Teignmouth nahe am Meer mit angenehmen Klima an einem der schönsten Orte in Großbritannien. Die Familien sind sehr zuvorkommend, haben oft selbst Kinder im Haus oder welche, die bereits erwachsen sind und aus dem Haus ausgezogen sind. Sie sind also sehr erfahrene und fürsorgliche Eltern, die auch gerne auf Gastschüler aufpassen. Und für alle Fälle gibt es einen guten Draht zwischen der Gastfamilie, dem Welfare Officer und der Schule.“

Was sind die größten Unterschiede zwischen einem Aufenthalt im Privathaushalt und der Residenz?

Steve: „Der wohl größte Unterschied ist, dass man in einer Gastfamilie auch Englisch sprechen muss. Dies ist aber auch gleichzeitig der größte Vorteil. Denn in der Residence oder im Center gibt es viele Gelegenheiten in der Muttersprache zu kommunizieren. Daher denke ich, dass der Aufenthalt in einer Gastfamilie für den Sprachschüler mehr Vorteile bietet.“

Würdest du sagen, dass hierfür ein gutes Sprachniveau erforderlich ist?

Steve: „Das ist ganz unterschiedlich. Manche Teilnehmer aus anderen Ländern sprechen besser Englisch als andere. Ich denke das liegt daran, dass in diesen Ländern früher Englisch gelehrt wird. Aber grundsätzlich: Wenn Sprachschüler Englisch frei sprechen und sich bemühen, verbessert sich ihr Englisch auch automatisch durch ihren Aufenthalt. Ich bin immer sehr beeindruckt davon, wie 12- oder 13-Jährige fließend Englisch sprechen können. Wir in England sind nämlich ziemlich faul und können oft keine weitere Fremdsprache sprechen (lacht).“

Was war deine schönste Erfahrung bisher?

Steve: „Das Schönste, was mir einfällt, wenn ich zurückblicke, sind die Schüler, die hier so eine schöne Zeit hatten, dass sie mit den Familien Kontakt halten – über E-Mail oder Facebook. Viele kommen auch wieder in dieselbe Familie zurück. Oder aber dieses Jahr kamen die Geschwister von zwei Schülern, die vor zwei Jahren hier waren. Und die wollten in dieselbe Familie wie ihre älteren Geschwister.“

 

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