Leben in der Gastfamilie
Neben der Schule wird deine neue Gastfamilie der zweite
Mittelpunkt während deines Aufenthaltes sein. Sie ist immer
für dich da und tut alles dafür, deinen Aufenthalt positiv
zu gestalten und dich als vollwertiges Mitglied der Familie
aufzunehmen. Deine Gastfamilie wird dir schnell ans Herz
wachsen und oftmals entstehen hier Freundschaften, die viele
Jahre halten. Als volles Mitglied der Familie wirst du natürlich
auf Ausflüge mitgenommen, zusammen mit ihnen Feste
und Feiertage feiern sowie gemeinsam die Umgebung erkunden
und kennenlernen.
Auswahl der Gastfamilien
Alle unsere Familien haben sich bei unseren Partnern vor Ort beworben, ganz unabhängig davon, ob sie für die Aufnahme eines „Gastsohnes“ oder einer „Gasttochter“ entlohnt werden. Viele von ihnen sind schon seit vielen Jahren dabei oder haben durch eigene Kinder im Ausland Interesse daran bekommen Gastfamilie zu werden. Ganz wichtig ist jedoch, dass jede Familie von unserem Partner sorgfältig ausgewählt wird. Dazu gehören Referenzen von Nachbarn sowie persönliche Besuche, um die Situation und Motivation der Familie zu erfahren und somit deren Eignung als Gastfamilie zu prüfen. Hierbei spielen weder Religion noch die ethnische Herkunft eine Rolle.
Du solltest auch wissen, dass der Begriff „Gastfamilie“ zwar
immer noch überall benutzt wird, es sich bei deinen Gastgebern
aber nicht immer um Familien im traditionellen Sinne handelt.
So werden auch alleinerziehende Eltern, weibliche Singles sowie
Paare ohne Kinder als Gastfamilie zugelassen. Damit der Start in
deiner Gastfamilie von Anfang an klappt, bewirbst du dich mit
einer ausführlichen Bewerbungsmappe bei den Gastfamilien und
diese wählen dich anhand von Interessenübereinstimmungen
aus. Wohnen wird deine Familie nur selten in den Metropolen,
sondern du lebst eher in ruhigen Vororten oder kleinen Städten.
Genau da eben, wo Gastfreundlichkeit noch großgeschrieben
wird.
Der Alltag in der Gastfamilie
Egal ob du in einer traditionellen Familie oder bei einem jungen Ehepaar wohnst, du tauchst ein in eine neue Welt, erlebst viel Neues, erfährst viel vom Leben in anderen Ländern, den Widersprüchen und Weltanschauungen und praktizierst dabei im Umgang mit deiner Familie auch noch die Sprache. Das erfordert Mut, Geduld und Anpassungsfähigkeit, Neugierde und Aufgeschlossenheit. Dafür machst du auch Erfahrungen, die so viel Wert sind wie die Sprachkenntnisse selbst. Du lebst gemeinsam mit deinen Gastgebern in einem Haushalt und wirst als vollwertiges Familienmitglied aufgenommen. Ihr teilt euch Bad, Wohnzimmer und Küche, du bewohnst ein Doppel- oder Einzelzimmer. Es kann sein, dass in deiner Familie ein weiterer Austauschschüler platziert ist. Dies passiert jedoch nur sehr selten und auch nur wenn es die Familienverhältnisse zu lassen. Garantiert ist jedoch, dass nie zwei Austauschschüler mit derselben Muttersprache in eine Gastfamilie einziehen.
Du erlebst deine Gastgeber in ihrem normalen Alltag und wirst
sehr schnell Unterschiede zu deinem Zuhause feststellen. Die
Wohnung, die Einrichtung, die Standards wie Sauberkeit, Essen,
Größe und Ausstattung deines Zimmers, Sanitärbereich, die
Einstellungen, Gewohnheiten und der Umgang miteinander
sind nicht wie zu Hause. Dazu noch die fremde Sprache – in
den ersten Tagen ist das manchmal nicht ganz einfach. Aber
dann umso schöner und es wird zu einem bleibenden Erlebnis.
Oft neigt man dazu, diese andere Kultur mit ihren zugehörigen
Lebensumständen vorschnell zu bewerten und mit dem Leben
daheim zu vergleichen. Dies solltest du aber möglichst vermeiden,
da die meisten Dinge eben einfach nur „Anders“ sind und
nicht unbedingt schlechter als zu Hause.
Wie zu Hause auch, wird es in deiner neuen Familie Regeln
geben, die du akzeptieren musst. Deine Gastfamilie ist für dich
und dein Wohlbefinden verantwortlich und demnach können und
werden Sie dir Vorgaben geben, an die du dich halten musst.
So wirst du sicherlich Aufgaben im Haushalt übernehmen und
die Familienregeln im Bezug auf Essenszeiten und Besuch von
Freunden beachten müssen. Ein wichtiges Auswahlkriterium in
den meisten Ländern ist, dass jede Gastfamilie über einen Internetzugang
verfügt. Jedoch raten wir dir, nicht zu viel Zeit vor
dem Computer oder im Internet zu verbringen, da dies oftmals
einer der größten Konfliktpunkte ist. Stattdessen kannst du
zum Beispiel einfach mal fragen, ob du bei der Zubereitung des
Abendessens helfen kannst oder dich mit deinen Gasteltern über
deine Schule und ähnliches unterhalten.
Natürlich versuchen unsere Partner eine passende Schule in der Nähe deiner Gastfamilie zu finden. Trotzdem kann es, wie auch hier in Deutschland, sein, dass du auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bist, um in die Schule zu kommen. Manchmal fallen hierfür auch Extrakosten an, welche du dann selber tragen musst.



