Sprachurlaub England: Landeskundliche Informationen

England ist nicht nur England

Für den Sprachurlaub in England darf nicht vergessen werden, dass England nur einen kleinen Teil von Großbritannien ausmacht. Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (so lautet die korrekte Bezeichnung) besteht aus Großbritannien (England, Schottland und Wales) und Nordirland und ist einer der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU). England umfasst die südlichste Hälfte der Insel Großbritannien, grenzt im Norden an Schottland und im Westen an Wales und die Irische See. Im Osten grenzt England an die Nordsee, im Süden liegt England am Ärmelkanal. Die Bewohner des Landes legen großen Wert auf ihre jeweilge Herkunft und wären gekränkt, wenn sie “nur” als Engländer bezeichnet werden.

Geschichtliches

Großbritannien kann auf eine lange Vergangenheit zurück blicken. Die ersten Spuren einer Besiedlung gehen bis in die Altsteinzeit zurück. Im Vor-Römischen England (8000 v. Chr. bis 43 n. Chr.) entstand mit der Kultstätte Stonehenge das bekannteste Zeugnis dieser Epopche. 43 n. Chr eroberten römische Legionen das heutige England und blieben dort bis 407 n. Chr. Darauf folgten die Angeln und die Sachsen, die das nach dem Rückzug der Römer entstandene Machtvakuum ausnutzten. Nach der berühmten Schlacht bei Hastings (1066 n. Chr.) etablierte sich unter Wilhelm dem Eroberer die normannische Herrschaft.

Sprachurlaub EnglandDie Machtansprüche Englands gegenüber Frankreich führten im Hundertjährigen Krieg (1338-1453) immer wieder zu Auseinandersetzungen, die England für sich entscheiden konnte. Heinrich VIII. verwarf sich 1534 mit Papst Clemens VII. und erklärte den König zum Haupt der englischen Staatskirche. Unter der folgenden Herrschaft von Elisabeth I. wurde England zu einer protestantischen Vormacht und erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung. In dieser Zeit endete der lange Krieg mit Spanien 1588 durch einen Sieg über die spanische Armada. Dies war die Zeit bedeutsamer kolonialer Expansionen, die Britannien zur führenden Handels- und Wirtschaftsmacht wachsen ließen. Die Industrielle Revolution im 18. Jahrhundert brachte erhebliche soziale Probleme mit sich, denen mit Reformen begegnet wurde.

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts geriet England in eine wirtschaftliche Krise. In den beiden Weltkriegen kämpfte Großbritannien in den Reihen der Alliierten. Erst 1973 trat England der Gemeinschaft der EU bei. Die lange Regierungszeit der Konservativen Partei (Margret Thatcher, John Major) wurde 1997 durch den Wahlsieg der Labour Party (Tony Blair) beendet.

Religion

In Großbritannien verstehen sich 74% der Einwohner als Christen. Weitere 14 % bezeichnen sich als Agnostiker, Atheisten und Heiden. In Großbritannien gibt es zwei Staatskirchen: die Church of England (anglikanische Kirche, 50% der Bevölkerung) und die Church of Scotland (presbyterianische schottische Kirche, 4% der Bev.). Außerdem sind die größeren Weltreligionen vertreten, darunter auch die zweitgrößte jüdische Gemeinde Europas.

FeiertageSprachurlaub in England

1. Januar (Neujahr)
2. Januar (nur in Schottland)
17. März (St. Patrick’s Day / nur Nordirland)
Karfreitag
Ostermontag (nicht in Schottland)
Osterdienstag (nur in Nordirland)
erster Montag und letzter Montag im Mai
12. Juli (Schlacht von Boyne / nur Nordirland)
erster Montag im August (nur Schottland)
letzter Montag im August (nicht Schottland)
25. und 26. Dezember (Weihnachten)
Hauptferienzeit: von Juli bis September

Sprache

Englisch ist die am weitesten verbreitete Sprache der Welt und gilt damit als Weltsprache. Sie wird heute von rund 304 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, dazu kommen weitere 170 Millionen Zweitsprachler. Insgesamt sprechen also 510 Millionen Menschen das Englische! Die englische Sprache ist eine germanische Sprache, die wie auch das Deutsche und das Niederländische dem westlichen Zweig der germanischen Sprachen angehört.
In Großbritannien selbst ist die Landessprache Englisch. Nur in Schottland und Wales spricht eine größere Zahl der Bevölkerung noch die keltische Regionalsprache Walisisch bzw. Gälisch.

Klima

Das britische Wetter ist veränderlich, daher ist es empfehlenswert, warme Kleidung und eine wetterfeste Jacke mitzubringen, ganz gleich, zu welcher Jahreszeit man nach England reist. In den Sommermonaten sollte man an leichte Kleidung und Sonnenschutz denken. Dennoch bedingt das maritime Klima auch rasche Wetterumschwünge, so dass eine Regenjacke auch hier im Gepäck nicht fehlen darf.

Zeitverschiebung

Nicht vergessen: Die Zeitverschiebung zwischen England und dem Kontinent beträgt 1 Stunde. Wenn es also bei uns 18.00 Uhr ist, ist es in England 17.00 Uhr.

Gesundheitswesen in England

Ärztliche Behandlungen in England sind bis auf eine Ausnahme kostenlos: Mitgebrachte Krankheiten (z.b. Diabetes, Zahnprobleme, etc.) werden nicht unbedingt kostenlos behandelt, die notwendigen Medikamente werden ebensowenig kostenlos gestellt. Daher wird dringend dazu geraten,
a) bei der Notwendigkeit einer medikamentösen Dauerbehandlung die Medikamente mitzubringen und
b) vor Antritt der Reise die Zähne vom Zahnarzt überprüfen zu lassen.

Telefonieren

Nach Deutschland: 0049, dann die Vorwahl ohne ”0” der Stadt in Deutschland, dann die Nummer des gewünschten Gesprächspartners. In England sind Telefonkarten nützlich und in Tabakläden und Kaufhäusern erhältlich. Es gibt inzwischen auch günstige PhoneCards für Auslandsgespräche.
Beim Benutzen des eigenen Handys sollte man immer bedenken, dass man es vorher vom Anbieter fürs Roaming freischalten lassen muss und dass es ziemlich teuer ist, das Handy im Ausland zu nutzen (man trägt die Kosten für eingehende und ausgehende Gespräche).

Post

Postsendungen nach Kontinentaleuropa werden in Großbritannien normalerweise per Luftpost versendet. Grundsätzlich ist es auch möglich den gewöhnlichen (und günstigeren) Postweg zu nutzen, allerdings ist mit einer erheblich längeren „Lieferzeit“ zu rechnen.

Adapter

Für elektrische Geräte werden in England Adapter benötigt. Diese können jedoch vor Ort günstig erworben werden.

Preisniveau in England

Im Allgemeinen liegen in England die Preise für Lebensmittel und Getränke höher als bei uns. Kleidung ist teurer. Platten und CDs ebenfalls, eine Tasse Tee oder Kaffee dagegen günstig, Fast-food wie bei uns.

Generell empfiehlt es sich nie mehr als ein Drittel der Reisekasse in bar mitzunehmen. Die meisten Banken bieten mittlerweile den Service, dass mit der EC-Karte auch im Ausland Geld abgehoben werden kann. Der Preis für Abhebungen im Ausland variiert je nach Geldinstitut. Außerhalb der Euro-Zone kommt zum Preis für die Geldautomatennutzung häufig ein Prozentsatz des Umsatzes für den Auslandseinsatz hinzu. Der Betrag wird zum Kurs der jeweiligen Währung umgerechnet und vom Konto abgebucht. Genauere Informationen sind von den jeweiligen Geldinstituten zu erfragen.

Land und Leute

Die Briten sind bekannt für ihren schwarzen Humor. Sie haben die Gabe, allem, sei es auch noch so schlimm, etwas Gutes abzugewinnen.
Aber nicht nur ihr Humor auch ihre Wettleidenschaft ist legendär. Es gibt nichts, auf das man nicht doch eine Wette abschließen könnte.
Bekannt ist Großbritannien natürlich auch wegen der Royals. So ist das Königshaus der Windsors nicht nur in Deutschland Klatsch-Thema Nummer eins. Die Briten lieben ihre Windsors, sind aber auch schnell dabei, wenn es neuen Tratsch gibt.

Essen und Trinken

Die englische Küche ist nicht so schlecht wie ihr Ruf. Daher lohnt es sich die traditionellen Speisen einmal zu probieren. Zu den englischen Spezialitäten zählen z.b. pies (Pasteten), stews (Eintöpfe) aber auch Fish and Chips. Das sind frittierte Fischfilets und Pommes frites, die mit Essig serviert werden.
Für den Start in einen aktiven Tag eignet sich das Full English Breakfast am besten, das eher eine volle Mahlzeit als ein Frühstück ist. Es beginnt mit Orangensaft und Müsli oder porridge (Haferbrei), danach gibt es gebratenen Schinkenspeck mit Spiegel- oder Rührei, gebratenen Würstchen und geräucherten Fisch. Zum Abschluss gibt es Toast und marmalade (Orangenmarmelade).
Der Lunch fällt in der Regel leichter aus. Meistens gibt es ein Sandwich mit Salat oder eine Suppe.
Nachmittags ist traditionell tea time angesagt. Zum schwarzen Tee werden ofenwarme scones (kleine Kuchen oder Rosinenbrötchen) mit einer dicken Schlagsahne, der clotted cream, und Erdbeermarmelade gegessen.

Reiseknigge

Pub - ein Muss beim Sprachurlaub in England Wie schon anfangs erwähnt ist es ein großer Fauxpas einen Waliser, Nordiren oder Schotten als Engländer zu bezeichnen.

Die Engländer kennen nicht das steife „Sie“. Man spricht sich auch meisten mit dem Vornamen an, sei es im Büro oder unter Freunden.

Höflichkeit ist in England äußerst wichtig, Unhöflichkeit wird mit Kälte begegnet. ”Thanks” und ”Please” sollte niemals vergessen werden. ”Could you please...” oder ” May I please...” heißt der Standardanfang eines jeden Wunschsatzes! Nichts macht in England mehr Eindruck, als bei allem und jedem um Erlaubnis zu bitten. ”May I have a seat, please” ist völlig übertriebene Höflichkeit, kommt aber total gut an.

Besonders wichtig ist den Engländer das Schlange stehen (queuing). Hier sollte man besonders darauf achten, dass man sich nicht vordrängelt. Das wäre der größte Fehler, den man in England begehen kann. Selbst an der Bushaltestelle steigt derjenige zuerst in den Bus, der zuerst an der Haltestelle gewartet hat. Es gibt nur eine einzige Ausnahme: die Londoner Rushhour.

Im Pub ist Vorsicht geobten: Bestellt man zwei Getränke per Handzeichen kann das schnell zu Missverständnissen führen. Das Victory-Zeichen (Zeige- und Mittelfinger in die Höhe gestreckt mit dem Handrücken nach außen) bedeutet in Großbritannien dasselbe wie bei uns der Stinkefinger!

Im Pub wartet ein weiterer „Fettnapf“: Will der Tourist nicht als Spießer gesehen werden, sollte er nicht nur ein Bier trinken, sondern lieber gleich nachbestellen. In Großbritannien gilt es als taktlos sich lange in einer Kneipe oder einem Café aufzuhalten und sich nur an einem Getränk fest zu halten.

Generell sollte immer auf eine passende Kleidung geachtet werden. Eine Kirche sollte man nicht im Strand-Outfit betreten, ebenso wenig ein feines Restaurant.

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