Sprachurlaub Italien - Landeskundliche Informationen
Allgemeines
Geschichtliches
Religion
Feiertage
Sprache
Klima
Zeitverschiebung
Gesundheistwesen in Italien
Telefonieren
Post
Adapter
Preisniveau in Spanien
Land und Leute
Essen und Trinken
Reiseknigge
Sprachurlaub Italien
Der Stiefel, wie Italien von seinen Bewohnern liebevoll genannt wird, erstreckt sich über 1.300 Kilometer von der Gebirgskette der Alpen bis zum Mittelmeer. Italien grenzt im Westen an Frankreich, im Norden an die Schweiz und Österreich, im Osten an Slowenien und wird im Südwesten, Süden und Südosten vom Mittelmeer eingerahmt. Zu Italien gehören u.a. auch die beiden großen Mittelmeerinseln Sizilien und Sardinien. Städt wie Rom, Florenz und Venedig sind Ebenbilder längst vergangener Epochen.
Geschichtliches
Gut zu wissen für den Italien Sprachurlaub: Mit den Etruskern kam im neunten Jahrhundert v. Chr. eine erste Hochkultur nach Italien. Um 470 v. Chr. begann der Aufstieg Roms, das um 100 n. Chr. seine größte Ausdehnung hatte. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches entstanden auf italienischem Boden germanische Nachfolgereiche. 381 wurde das Christentum zur Staatsreligion erhoben und seit dem fünften Jahrhundert ist der Bischof von Rom Oberhirte über alle Katholiken. Die darauf folgenden Machtkämpfe zwischen Kaisern und Päpsten erreichten ihren Höhepunkt mit dem Investiturstreit. Im Wormser Konkordat von 1122 mussten die Kaiser das Recht, den Papst zu wählen, an ein Kollegium von Kardinälen abgeben.
In der Folgezeit erlebten die Stadtstaaten wie etwa Venedig, Genua, Pisa, Mailand und Florenz einen erheblichen Aufschwung. Sie hatten durch die Kreuzzüge und durch rege Handelstätigkeiten ihren Einfluss bis in den östlichen Mittelmeerraum ausgedehnt. Zwischen Genua und Venedig entwickelte sich bald ein erbitterter Kampf um die Vorherrschaft, den die Venezianer gegen Ende des 14. Jahrhunderts für sich entscheiden konnten.
Mitte des 15. Jahrhunderts hatte sich Italien einen großen Reichtum angeeignet. Als Pionier des Wiederauflebens der Gelehrsamkeit und der Künste, bekannt als "Renaissance", stand Italien in kultureller Hinsicht den anderen europäischen Nationen weit voran. Am überragendsten war diesbezüglich die Toskana, aus welcher der große Dichter Dante Alighieri und der Maler Giotto hervorgingen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde Italien das Ziel mehrerer aggressiver Kriege durch Frankreich, Spanien und Österreich. Nur wenige Stadtstaaten, z.B. Genua und Venedig, konnten sich behaupten.
Während des 18. Jahrhunderts blieb Italien gespalten und unter ausländischer Herrschaft. 1796 marschierte Napoleon Bonaparte in Italien ein und gliederte bis 1810 sogar Rom ins Französische Großreich ein. Nach Bonapartes Niederlage gegen Österreich wurde im Wiener Kongress (1814-1815) die Restauration der österreichischen Herrschaft über die Halbinsel garantiert. Der italienische Widerstand gegen die Vorherrschaft Österreichs kennzeichnet sich durch eine wachsende Bewegung für nationale Einheit und Unabhängigkeit, die "Risorgimento" genannt wird. 1861 wurde das Königreich Italien ausgerufen.
Während des Ersten Weltkrieges blieb Italien zunächst neutral, schlug sich dann auf die Seite von Frankreich und Großbritannien. 1922 wurde Benito Mussolini zum Ministerpräsidenten ernannt. In der Folgezeit begründete er seine faschistische Diktatur und verbündete sich mit Hitler. Durch die Besetzung Albaniens und Äthiopiens versuchte er, eine Großmachtstellung für Italien aufzubauen. 1940, nach der Niederlage Frankreichs, griff Italien in den Zweiten Weltkrieg ein. 1943 landeten die Alliierten auf Sizilien, ein Jahr später konnten sie Rom erobern. 1946 wurde durch ein Memorandum die Monarchie in Italien beendet. Innenpolitische Unruhen mit Regierungskrisen und Korruptionsskandalen erschüttern seitdem immer wieder das Land. Italien ist Mitglied der EU.
Religion
In Italien herrscht die römisch-katholische Religion vor, der über 80 Prozent der Bevölkerung angehören. Ein 1984 verabschiedetes Gesetz schuf die römisch-katholische Religion als Staatsreligion ab und beendete den obligatorischen Religionsunterricht an Staatsschulen. Die wichtigsten Minderheitenreligionen sind die Zeugen Jehovas (231.226), 35.000 Juden sowie Protestanten und Muslime (geschätzt 1 Mio.).
Feiertage
1. Jan. Neujahr
6. Jan. Dreikönigsfest
Ostermontag
25. April Tag der Befreiung
1. Mai Tag der Arbeit
2. Juni Jahrestag der Republik
15. Aug. Mariä Himmelfahrt
1. Nov. Allerheiligen
7. Nov. Siegestag (1. Weltkrieg)
8. Dez. Mariä Empfängnis
25. Dez. Weihnachten
26. Dez. St. Stephans-Tag
Zusätzlich werden zahlreiche Feste zu Ehren der jeweiligen Schutzheiligen abgehalten.
Sprache
Amtssprache ist Italienisch. Südtirol ist offiziell zweisprachig, es wird überwiegend Deutsch gesprochen. Ladinisch ist z. T. Schulsprache in Trentino. In den Grenzgebieten zu Frankreich und zur Schweiz von der italienischen Riviera bis zum Gebiet nördlich von Mailand wird Französisch gesprochen, Slowenisch in Triest und Gorizia. Auf Sardinien spricht man in einigen Gegenden Katalanisch. In Ferienorten und größeren Städten wird Englisch, Deutsch oder Französisch gesprochen.
Klima
Italien erstreckt sich vom Brenner-Pass bis zur Südspitze Siziliens. Im Einzelnen gliedert es sich in das italienische Alpenland, die norditalienische Tiefebene (Po), die eigentliche Apenninen-Halbinsel und die Inseln (etwa Elba, Ischia, Capri, Sardinien, Sizilien). Während Oberitalien noch im mitteleuropäischen Klimabereich liegt (kalte Winter), beginnt in der Po-Ebene das gemäßigte-subtropische Übergangsklima. Die Mitte und der Süden des Landes sind durch mild-feuchte Winter und trocken-heiße Sommer gekennzeichnet.
Zeitverschiebung
Italien hat keine Abweichung zur MEZ, die auch für Deutschland gilt.
Gesundheitswesen in Italien
Auch in Italien ist die neue EU Krankenversicherungskarte EHIC (European Health Insurance Card) eingeführt worden. Diese muß im Bedarfsfalle in Italien beim lokalen Gesundheitsdienst (U.S.L. - Unità Sanitaria Locale bzw. A.S.L - Agenzia Sanitaria Locale) vorgelegt werden. Die Karte ist gültig für die Notfallversorgung vor Ort und bei der Weiterbehandlung chronischer Erkrankungen. Dennoch müssen Behandlungen und Medikamente in der Regel vor Ort bezahlt werden. Die Quittungen können bei der Krankenkasse in Deutschland eingereicht werden. Da nicht immer alle Kosten übernommen werden, ist eine Zusatzversicherung wohl in der Regel sinnvoll.
Tip: im "Pronto Soccorso" (Krankenhaus) werden Notfälle kostenlos behandelt. In vielen Urlaubsorten sind während der Saison auch Erste Hilfe Stationen vorhanden. Apotheken sind in Italien im allgemeinen Montags bis Samstags, von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr geöffnet. Einige haben auch Nacht- und Feiertagsdienst.
Telefonieren
Internationale Vorwahl für Italien ist die 0039, gefolgt von der Ortsvorwahl, dann die Rufnummer. Die 0 der Ortsvorwahl muss mitgewählt werden. Für die öffentlichen Telefone in Italien benötigt man eine Telefonkarte (schede telefoniche), erhältlich in Tabak- oder Zeitungsläden (Tabacchi). Münztelefone sind kaum noch vorhanden.Vorwahl nach Deutschland ist 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Die Vorwahlen in Italien sind in die Rufnummer integriert. Bei einem Telefonat innerhalb einer Stadt muss man also immer die jeweilige Stadtvorwahl mitwählen.
Beim Benutzen des eigenen Handys sollte man immer bedenken, dass man es vorher vom Anbieter fürs Roaming freischalten lassen muss und dass es ziemlich teuer ist, das Handy im Ausland zu nutzen (man trägt die Kosten für eingehende und ausgehende Gespräche).
Post
Postsendungen werden per "postprioritaria" versandt und erreichen meistens nach 3 Tagen Deutschland. In Rom ist es empfehlenswert, Briefe oder Postkarten mit der Vatikanpost zu verschicken, da diese sehr schnell ins Ausland zusendet.
Adapter
Für manche elektrischen Geräte werden in Italien Adapter benötigt. Diese können jedoch vor Ort günstig erworben werden.
Preisniveau in Italien
In Italien ist im Gesamtschnitt das Preisniveau etwas geringer als in der BRD. In den Ferienhochburgen kehrt sich dies allerdings oft um.
Land und Leute
Die römisch-katholische Kirche spielt in Italien auch heute noch eine wichtige Rolle und übt einen starken Einfluss auf die Sozialstruktur aus. Der Familienzusammenhalt ist bedeutend stärker als in den meisten anderen europäischen Ländern.
Essen und Trinken
Neben Frankreich gilt Italien als das Eldorado des gepflegten und niveauvollen Essens und Trinkens. Als typisch italienische Gerichte sind die Pizza mit den zahlreichen unterschiedlichen Belägen und die variationsreichen Nudelgerichte (Spagetti, Lasagne, Cannelloni, Makkaroni, Tagliatelle, Ravioli...) mit Saucen wie Tomatensauce, Pesto, Bolognese und Cabonara bekannt. Daneben kann man in Italien sehr gut Fisch und Risotti essen. Als landestypisch gelten auch Olivenöl, Parmesan und luftgetrocknete Salami. Die bekannten italienischen Käsesorten sind Mozzarella, Gorgonzola und Ricotta. Zum Dessert sind Tiramisu, Eis, Zabaglione, Panna Cotta und diverse Hefegebäcke beliebt.
Italien ist bekannt für seine guten Weine. Es wird zwischen Tischwein und Qualitätswein unterschieden. Die Tischweine werden offen serviert, Weine älterer Jahrgänge von hoher Qualität werden in verkorkter Flasche mit Etikett gereicht. Es gibt zudem eine regelrechte Grappa-Kultur in dem Land. Grappa ist ein aus Weintrester hergestellter, meist klarer und hochprozentiger, Branntwein. Unter Weintrester versteht man die vorwiegend festen Rückstände, die nach dem Auspressen von Weintrauben übrig bleiben.
Reiseknigge
In italienischen Restaurants der etwas gehobeneren Klasse sollte man nie nur ein Nudelgericht oder eine Pizza allein ordern, denn das gilt als ein Fauxpas aller erster Güte. Da die kulinarischen Köstlichkeiten in Italien sowieso für jeden Geschmack etwas zu bieten haben, sollte es kein Problem sein, sich leckere Antipasti oder zum Nachtisch ein Tiramisu zu gönnen, um den Wirt nicht zu beleidigen!
Freizeitkleidung ist weit verbreitet, Badeanzüge gehören jedoch an den Strand. Korrekte Kleidung wird beim Betreten von Kirchen und in kleinen, traditionellen Gemeinden erwartet.
In Italien ist in allen öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln sowie in Kinos, Restaurants, Bars und Kneipen Rauchen verboten. Gastbetriebe können aber Raucherzonen haben, die durch Mauern und Türen abgeschlossen und mit Luftabzugs-Einrichtungen ausgestattet sind. Vorsichtsmaßnahmen gegen Diebstahl sollten in Italien getroffen werden, besonders in den Großstädten.
Trinkgeld ist in der Gastronomie nicht sehr verbreitet. In Restaurantrechnungen ist eine Art Grundgebühr für das Gedeck und das Brot enthalten. Die sollte während des Italien Sprachurlaubs immer berücksichtigt werden.


