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Sprachurlaub Malta: Landeskundliche Informationen

Sprachurlaub Malta - where Orient meets Okzident

Aufgrund seiner kurzen Entfernung zu Deutschland ist Malta besonders beliebt für einen Sprachurlaub. In den Herbst- und Frühlingsmonaten kann man die Inseln wunderbar erwandern. In den Sommermonaten treibt es die Sonnenanbeter an die unzähligen Sand- und Felsstrände der Insel oder zur Blauen Lagune auf Comino. Die Insel Gozo ist bekannt für seine Farmhäuser und Villen im ländlichen Stil.

Noch vor 12.000 Jahren war das 316 km² kleine Malta fest mit dem Land verbunden. Heute ist der kleine Inselstaat vor der nordafrikanischen Küste in erster Linie für seine Blumenpracht berühmt. Ansonsten ist Malta landschaftlich eher bescheiden ausgestattet: Weder Seen und Flüsse, noch Wälder und Berge. Dafür setzen die zahlreichen Kirchenkuppeln hübsche Akzente. Normannen, Araber und Römer haben ihre Spuren auf der Insel hinterlassen. Gerade die Hauptstadt Valletta, die von Festungsmauern umgeben ist und wie ein Freilichtmuseum wirkt, ist ein kulturelles Highlight. Und sogar bis in die Steinzeit kann man die Menschheitsgeschichte auf Malta zurück verfolgen, findet man hier noch einmalige Tempelanlagen aus dieser Zeit.

Geschichtliches

Die erste Besiedlung Maltas ist schon um 7200 v. Chr. nachgewiesen. Die eindrucksvollsten Zeichen einer frühen Hochkultur sind um ca. 4000 v. Chr. entstanden: Die ältesten Bauwerke der Welt, Steinzeittempel der Megalithkultur, haben die Jahrhunderte überdauert. Auf Grund der geographisch günstigen Lage Maltas bemühten sich seit dem Altertum verschiedene Völker, die Herrschaft über Malta zu erringen. In den Jahren 870-1090 wurde Malta von Arabern und arabisch sprechenden Christen besiedelt. In dieser Zeit entwickelte sich das Maltesische, ein arabischer Dialekt und heute erste Amtssprache auf Malta. (Zweite Amtssprache ist Englisch; Malta war in den Jahren 1800 bis 1964 britische Kolonie.) Die wichtigste geschichtliche Periode nach den Megalithen war die große Zeit der Johanniterritter. Der "Ritterliche Orden des Heiligen Johannes vom Spital in Jerusalem" wurde 1099 während des ersten Kreuzzuges von christlichen Adeligen verschiedener europäischer Nationalitäten gegründet. Der Orden entwickelte sich schnell zum Kampforden.

Sprachurlaub MaltaNach der Eroberung Jerusalems, das Ziel des ersten Kreuzzuges, wurde im Mittelmeer ein harter Religionskrieg ausgetragen. Moslems wie Christen überfielen Handelsschiffe und Küstenstädte, raubten sie aus und versklavten die Menschen. Die Johanniter beteiligten sich an diesen Raubzügen. Diese Einnahmen machten sie zu einer einflußreichen Militärmacht. Zu Beginn des 14. Jhd. kämpften die Johanniter 200 Jahre auf Rhodos gegen die Herrschaft der Türken, mußten sich aber 1522 dem Sultan Sülayman geschlagen geben. Daraufhin bot Karl V. den Johannitern Malta an, von wo aus sie der Erweiterung des Osmanischen Reiches Einhalt gebieten sollten.

Mit Kaperfahrten finanzierten sie die Festungs- und Prachtbauten Maltas. Trotz heftiger monatelanger Belagerungen der Osmanen im Jahre 1565 gaben die Johanniter ihren Stützpunkt nicht ein zweites Mal auf. Im 18. Jhd. verlor der absolutistische Herrschaftsstil der Ritter seine Berechtigung. Aufstände der Bevölkerung schwächten den Orden, so dass seine Mitglieder 1798 kampflos vor den Truppen Napoleons kapitulierten. Im Frieden von Amiens wurde Malta den Johannitern offiziell zurückgegeben. Kurze Zeit später erkannten die Engländer den Wert Maltas als militärischen Stützpunkt. Sie besetzten die Insel kurzerhand. Malta blieb bis 1965 unter britischer Herrschaft. Im 2. Weltkrieg war Malta bedeutender Stützpunkt der Alliierten und wurde in der Folge von deutschen Truppen angegriffen. Nach Kriegsende unterstützte Großbritannien Malta beim Wiederaufbau und garantierte ein Selbstbestimmungsrecht innerhalb des Commonwealth. 1964 wurde Malta offiziell unabhängig, jedoch immer noch unter der Regentschaft der britischen Königin. Erst seit 1974 ist Malta unabhängige Republik und seitdem wird in einer Schaukelpolitik mal eine Annäherung an die arabischen Länder, dann wieder eine Annäherung an Europa gesucht. 1990 stellte Malta einen Antrag auf Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union, der 1993 abgelehnt wurde. Als wichtigster Grund wurde die zu geringe Größe des Staates genannt. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen im Jahr 2000 ist Malta seit dem 01. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union.

Religion

Die maltesische Bevölkerung ist mehrheitlich katholisch (95%), aber andere Religionen sind ebenfalls vertreten. Es gibt kleine Gemeinden der Anglikaner, der Church of Scotland, der Griechisch-Orthodoxen Kirche und der Methodisten sowie Juden und Muslime. Die verschiedenen Konfessionen halten ihre eigenen Gottesdienste ab.

Malta SprachurlaubFeiertage

1. Jan. Neujahr
10. Febr. St. Pauls Schiffbruch
19. März St. Josephstag
31. März Freiheitstag
Karfreitag
Ostersonntag
1. Mai Tag der Arbeit
7. Juni Sette Giugno (Erinnerung an den Aufstand von 1919)
29. Juni St. Peter und St. Paul
15. Aug. Mariä Himmelfahrt
8. Sept. Siegestag
21. Sept. Unabhängigkeitstag
8. Dez. Mariä Empfängnis
13. Dez. Tag der Republik
25. Dez. Weihnachten

Sprache

Die offiziellen Amtssprachen Maltesisch ("Malti") und Englisch werden praktisch von der gesamten Bevölkerung gesprochen; viele Malteser beherrschen außerdem Italienisch. Maltesisch ist ein arabischer Dialekt und die weltweit einzige semitische Sprache, die lateinische Buchstaben verwendet.

Klima

Maltas Klima ist stark vom Meer geprägt und typisch mediterran. Es ist ein sehr sonniges Klima, mit einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer von fünf bis sechs Stunden täglich im Winter und mehr als 12 Stunden im Sommer.
Die sommerlichen Tagestemperaturen werden oft durch kühle Seebrisen gemildert; aber im Frühjahr und Herbst bringt ein sehr heißer Wind aus Afrika oft ungewöhnlich hohe Temperaturen und starke Luftfeuchtigkeit. Dies ist der Schirokko, der auf maltesisch auch "Xlokk" heißt und auch in Griechenland und Italien auftritt. In Malta ist die Luft aber generell trockener, weil der Wind aus Afrika eine kürzere Strecke über dem Meer zurücklegt.
Die Winter sind mild. Es gibt nur gelegentlich kurze Kälteperioden, die durch nördliche und nordöstliche Luftströmungen aus Zentraleuropa entstehen.
Die jährliche Niederschlagsmenge ist gering, im Durchschnitt 578 mm, und die trockene Jahreszeit ist länger als im benachbarten Italien. Baden im Meer ist bis in die Wintermonate gut möglich, und die Strandsaison kann bis Mitte Oktober andauern.

Zeitverschiebung

In Malta gilt die MEZ, es herrscht also keine Zeitverschiebung gegenüber Deutschland.

Gesundheitswesen in Malta

Auch auf Malta ist die neue EU Krankenversicherungskarte EHIC (European Health Insurance Card) eingeführt worden. Sie ist gültig für die Notfallversorgung vor Ort und bei der Weiterbehandlung chronischer Erkrankungen. Dennoch müssen Behandlungen und Medikamente in der Regel vor Ort bezahlt werden. Die Quittungen können bei der Krankenkasse in Deutschland eingereicht werden.
Besucher mit besonderen medizinischen Bedürfnissen sollten ein Rezept oder eine Bescheinigung ihres Hausarztes mitbringen, falls sie besondere Arzneimittel kaufen müssen. Die großen Krankenhäuser sind St. Luke’s in Gwardamanga auf Malta und Craig Hospital auf Gozo.

Telefonieren

Die Landesvorwahl von Malta ist die 00356, die 8stellige Teilnehmernummer wird unmittelbar danach gewählt. Die Vorwahl von Malta nach Deutschland ist 0049. Es sind zahlreiche Kartentelefone vorhanden, mit denen man auch ins Ausland telefonieren kann. Telefonkarten mit 40, 60 und 100 Einheiten sind u.a. in den Niederlassungen der Maltacom und auf Postämtern erhältlich.
Beim Benutzen des eigenen Handys sollte man immer bedenken, dass man es vorher vom Anbieter fürs Roaming freischalten lassen muss und dass es ziemlich teuer ist, das Handy im Ausland zu nutzen (man trägt die Kosten für eingehende und ausgehende Gespräche).

Post

Luftpostsendungen nach West- und Mitteleuropa sind ca. drei Tage unterwegs.

Adapter

Für manche elektrischen Geräte werden auf Malta Adapter benötigt. Diese können jedoch vor Ort günstig erworben werden.

Preisniveau in Malta

Das Preisniveau war jahrelang geringfügig niedriger als in Deutschland. In den letzten Jahren ist aber ein teilweise recht deutlicher Preisanstieg zu verzeichnen, wodurch manches mittlerweile überteuert wirkt. Malta ist definitiv kein Billig-Reiseland wie Bulgarien, Marokko oder Tunesien. Für fast alle Waren und Dienstleistungen gibt es Festpreise – handeln kann man hingegen meist auf dem Markt, bei Taxifahrten und den Preisen für Übernachtungen.
Übrigens, da man garantiert als Tourist erkannt wird, kann es schon mal passieren, daß das Bier im Pub oder der Cappuccino in einem kleinen Café teurer wird als für Einheimische. Ganz Oberschlaue, die auf dem Markt bei nicht ausgezeichneten Waren nach einem besonders günstigen Preis fragen, bekommen auch prompt einen genannt – der dann allerdings höher liegt als üblich.
Wenn man mit den öffentlichen Bussen unterwegs ist, sollte man den Fahrpreis immer passend bereit halten oder genau auf das Wechselgeld achten. Immer wieder versuchen manche Busfahrer, ihren Lohn etwas aufzubessern...

Land und Leute

Weltreiche sind gekommen, Weltreiche sind gegangen, die Malteser aber sind geblieben. Mit Beharrlichkeit, harter Arbeit und sicher auch mit einer Portion Cleverneß haben sie alle "großen Zeiten" überstanden und sind dabei nicht verbittert. Im Gegenteil. Viele behaupten, daß es kaum ein anderes Gastland im Mittelmeerraum gibt, wo die Menschen dem Besucher so freundlich und aufgeschlossen begegnen. Kenner halten dies für die geglückte Synthese aus natürlicher mediterraner Freundlichkeit und disziplinierter angelsächsischer Hilfsbereitschaft, welche die Malteser von den Briten übernommen haben. Überhaupt haben die Engländer, von vielen Maltesern geschätzt, auch sonst einiges an Gutem auf der Insel hinterlassen. Dazu gehören ein vorbildliches Verwaltungs- und Sozialsystem, hervorragende Schulen, eine für südliche Breiten disziplinierte und gelassene Haltung der Malteser in allen Lebenslagen sowie ein guter Schuß vom englischen Humor.

Essen und Trinken

Essen und Trinken in Malta kann man als britisch mit einem Schuß italienisch bezeichnen, gewürzt mit einer Prise Nordafrika. Zu den bekanntesten Spezialitäten Maltas zählen Fenek (Kaninchen in Wein gedünstet), Lampuki (Schwertfisch) und Timpana (Nudelauflauf) Schweinefleisch- und Fischgerichte sind zu empfehlen, auch das Gemüse ist ausgezeichnet.

Das maltesische Bier ist hervorragend; es gibt auch Importbier aus dem Ausland. Einheimischer Wein ist preiswert, und die Auswahl ist gut. Die süßsaure und sehr erfrischende Limonade Kinni ist ein typisch maltesisches, alkoholfreies Getränk. Bars, Restaurants und Cafés sind normalerweise von 09.00-01.00 Uhr und länger geöffnet, Alkohol kann allerdings nur bis 01.00 Uhr gekauft werden. Die meisten Hotelbars schließen zwischen 13.00 und 16.00 Uhr und öffnen abends wieder.

Reiseknigge

Beim Sprachurlaub auf Malta werden die üblichen europäischen Höflichkeitsformen erwartet. Malteser sind ausgesprochen gastfreundlich. Beim Besuch einer Kirche sollten Schultern und Beine bedeckt sein. Rauchen ist in öffentlichen Verkehrsmitteln, Kinos und Restaurants verboten.

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